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Tag der Erinnerung: Ridere rende liberi

Tag der Erinnerung: Ridere rende liberi

Buchpräsentation Feierlichkeiten zum Tag der Erinnerung

Westerbork, Holland. A harvest scene from a play in the camp, 1943 

Freitag, 26. Januar 2018 – 18 Uhr

Goethe Institut Rom

Biblioteca Europea

Via Savoia 13/15
00198 Rom

„Ridere rende liberi. Comici nei campi nazisti“ (Lachen macht frei. Komik im KZ) von Antonella Ottai

Das Buch (von Quodlibet in 2016 herausgegen) entstand im Zuge einer Recherche über das Leben einiger der berühmtesten Komiker der Dreißiger Jahre, Ikonen des mitteleuropäischen Unterhaltungstheaters und insbesondere des Berliner Kabaretts. Es handelte sich hierbei größtenteils um Künstler jüdischer Abstammung, deren Schicksal nach der Machtergreifung Hitlers eine unaufhaltbar tragische Wende nahm. Man verwies sie von jenen Bühnen, auf denen sie einst Triumphe feierten, und ihre Arbeitsbedingungen wurden zunehmend härter: Zunächst die Ghettoisierung und die Deportation, und am Ende der Tod in den Vernichtungslagern. Sie glichen „ehemaligen Sternen am Theaterfirmament, deren einziger Glanz von jenem gelben Stern ausging, der unübersehbar an ihrer Brust haftete“. Ihre Lebensgeschichten bieten Anlass zur Reflektion über Humor und Komik als Ausdruck von Vitalität inmitten des Leidens und beleuchten jenes komplexe Beziehungsgeflecht, in dem die Henker ihren Opfern die „letzten Lacher“ streitig machen.

Zu Wort kommen Antonella Ottai und Paola Quarenghi (Dozentinnen an der römischen Universität Sapienza), es moderiert Giandonato Caggiano (Dozent an der Universität Roma Tre).

Die Buchpräsentation wird von szenischen Lesungen aus Bruno Maccallinis und Antonella Ottais Inszenierung Grotesk! Ridere rende liberi unterbrochen, die vom Regisseur und Schauspieler Bruno Maccallini vorgetragen und von Pino Cangialosi musikalisch begleitet werden.

Bei dem Bühnenstück „Grotesk! Ridere rendere liberi”, das vom 25. April bis zum 6. Mai 2018 im Teatro della Cometa zu sehen ist, wechseln sich Auszüge aus dem Originaltext in erster Person mit musikalischen Einlagen, Liedern, Balladen, Sketchen und Monologen der bekanntesten Autoren und Musiker der Weimarer Republik ab, welche eigens für die Inszenierung frei übersetzt und neu arrangiert wurden. So entstand ein literarischer Stil, der die Absurdität einer Wirklichkeit hervorhebt, die ihrerseits bereits völlig absurd ist.

„Das Kabarett ist das gegebene Schlachtfeld, auf dem mit den einzig sauberen Waffen geschliffener Worte und geladener Musik jene mörderischen aus Eisen in die Flucht geschlagen werden können.“ (Friederich Holländer)

In Zusammenarbeit mit
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